Jul Dillier

Freitag, 29. April 19:00 Uhr
Sakrale Räume

Klostersaal (rollstuhlgängig)
Nummerierte Sitzplätze CHF 30

Klassik/Improvisation
Schweiz

Jul Dillier Klavier

Mit seinem Soloprojekt „solétudes“ erkundet der in Wien lebende Obwaldner Pianist Jul Dillier die Fragen nach Identität und Heimat. Das klingt wunderbar eigen, vertraut und experimentierfreudig.

Der Obwaldner Jazzpianist und Klangkünstler Jul Dillier hat sich während des Lockdowns im Frühling 2020 an seinem Wohnort Wien in einer intensiven Phase im Homestudio mit seiner früheren Klangheimat auseinandergesetzt. Das Rauschen der Melchaa, die Kirchenglocken, das Vieh-Geläute auf den Weiden, Naturjuiz, Betruf, das Dröhnen der Helikopter, Motorsägen und Töfflis: «Diese Klänge haben meine Kindheit geprägt und waren eine Inspiration für dieses Album», sagt der Musiker.

Das Solo-Album «solétudes» erzählt in zwei Zyklen nonverbale Geschichten über Isolation und Einsamkeit. Es sind auch klingende Gedanken über Identität und Heimat. Dilliers Heimatmusik versucht nicht, Grenzen zu ziehen, sondern geht der Frage nach, was Heimat überhaupt ist und sein kann. Mit seinen Klavier-Präparationen generiert Dillier verschiedene Stimmungen, die oft minimalistisch und meditativ, aber auch druckvoll und zupackend sein können.

Der 31-jährige Jul Dillier studierte Jazzklavier mit Nebenfach Perkussion an den Hochschulen von Luzern, Basel und Linz. Sein reger Kontakt mit afrikanischen Musikern führten ihn zu Residencies nach Burkina Faso, Südafrika und Mosambik. Mit seinem Jazz-Quintett chuffDRONE spielt er auf renommierten Festivals in Europa. Als Komponist und Klangkünstler schreibt er Musik für Hörspiele, Theaterproduktionen und inszeniert ortsspezifsche Klangperformances.

Mit seinem Solo-Album «solétudes» konzentriert sich Dillier auf das akustische und präparierte Pianospiel. Es ist ein weiterer Mosaikstein, im Spannungsfeld von Jazz, Volksmusik, Klangforschung und Improvisation, um seine persönliche Sprache weiterzuentwickeln.

Konzertpartner: Länderpark