Sonne, Montage, Tatendrang: Letzte Vorbereitungen

Die Zelte stehen und die Böden sind verlegt – In ganz Stans helfen am Montagnachmittag zahlreiche Freiwillige mit.

Auf dem Stanser Dorfplatz blenden einen weisse Zelte. Die Sonne scheint vom wolkenlosen Himmel, während 66 Helferinnen und Helfer der Infrastruktur und Dekoration noch kleinere Arbeiten erledigen. Funktioniert jedes Lämpchen? Halten die Zelte dem kommenden Regen stand? Läuft die Seifenblasen-Maschine?

Von Nina Laky

In Stans ist es an diesem Montag Nachmittag recht ruhig, schon fast alles ist für die kommenden Festivaltage bereit. Ein paar Kühlschränke stehen noch ein bisschen verlassen in der Gegend rum. Eistee und Mineralflaschen auf Monitoren aber zeigen, dass es doch noch einige Dinge zu erledigen gibt, die Durst geben.

Im grossen Zelt vor dem Winkelrieddenkmal arbeiten Ghafur, Ehsan, Bik, Rhollah, Lena, Nicole und Samuel (v.l.n.r.). Sie kommen aus Afghanistan, Luzern und Seuzach in Zürich. Das Dekoteam packt Kartonschachteln mit Lampen aus und setzt sie zusammen.

Nicole Heer und Lena Steiner leiten das Dekoteam das erste Mal dieses Jahr. «Wir haben im November angefangen zu planen», sagt Nicole Heer, die letztes Jahr an den Musiktagen bereits die VIP-Anlässe geleitet hat. «Ich wollte aber eigentlich schon immer für die Deko zuständig sein», sagt sie. Ihre Kollegin Lena Steiner hat sie mit ins Boot geholt, um die Arbeiten so besser verteilen zu können. «Wir wollten so viel wie möglich von dem bestehenden Dekomaterial wieder brauchen», sagt Lena Steiner. Das Thema der diesjährigen Deko ist «Naturgewalten»: «Es gibt Wolkenlampen, viel kristalline Formen und eine Seifenblasen-Maschine auf dem Dorfplatz», sagt Nicole Heer. Auf was freuen sie sich in den kommenden Tagen? «Auf das Dorfzelt in der Nacht. Wir haben alles erst bei Tageslicht gesehen.», sagt Lena Steiner. Das Deko-Team hat während den Festivaltagen wenig zu tun, so würden sie sich auch freuen, ein bisschen zu entspannen.

Wie hätte Nicole Herr die SMT dekoriert, wenn sie nicht an ein Budget gebunden wäre? «Ich hätte drei Bodennebel-Maschinen für ins Dorfplatz-Zelt gekauft und Lichterketten bis ins Kollegi gezogen.» 

Auch der Verantwortliche der Infrastruktur, Fabian Stübben, macht den Job dieses Jahr zum ersten Mal. Seit acht Jahren ist er Helfer im Infrastruktur-Team, heuer übernimmt er die Leitung: «Ich habe während des Gymis und dem Studium immer auf dem Bau gearbeitet. Wie das Festival zum Stehen kommt, hat mich immer am meisten interessiert.» Mit seinem Team baut er zum Beispiel Böden in die Festzelte und nagelt Plachen fest. «Es sollen keine Bäche in die Zelte strömen, wenn es anfängt zu regnen.» Das Festival selbst kann Fabian Stübben aber erst ab Donnerstag geniessen, bis dann muss er wieder an die Uni.

Die Helferinnen und Helfer, die beim Aufbau mitwirkten, können schon bald in den wohlverdienten Feierabend, erst am Sonntag geht die Arbeit mit dem Abbau für sie wieder los. Mehr als 600 Freiwilige fangen morgen dann an: Sie richten Bars und Essstände ein, betreuen Musikerinnen und Musiker, bauen Bühnen auf und ab und nehmen DJ Pulte in Betrieb. 

Im Festivalbüro an der Schmiedgasse ist es ebenfalls ruhig und aufgeräumt, die tägliche Planungssitzung dauerte nur kurz, die Shirts für die Helferinnen und Helfer liegen geordnet bereit, Besuch kommt und geht, angeschnittener Kuchen steht auf dem Tisch. Niemand lässt sich vom Blick auf die Wettervoraussage die Laune verderben. Mit warmen Socken, Unterhemden und dicken Jacken übersteht man schliesslich auch ein Fest im Aprilschnee ohne grosse Verluste. 

Ab heute gibt es auf www.stansermusiktage.ch jeden Tag Interviews mit Bands und Berichte über Helferinnen und Helfer. Plus: In unserer täglichen Mini-Rubrik gehen wir jeweils fünf wichtigen Stichwörtern nach. Was hört, sieht, fühlt, isst und trinkt man an den SMT? Heute:

  • Gefühlt: Eifer und Euphorie.
  • Getrunken: Beckenrieder Orangenmost in der Sonne.
  • Gegessen: Paprika Chips, farblich passend zum Getränk und praktisch für auf der Baustelle.
  • Gesehen: Die Wettervorhersage bringt echten Schnee und grauen Himmel, heute liegt künstlicher Schnee unter blauem Himmel.


  • Gesagt: «Ab morgen dürfen wir Bier trinken!»